Open Space Konferenz

Methode

Freiraum für Selbstorganisation schaffen, Veränderungen gestalten

Open Space ist eine Konferenzmethode mit offenem Charakter. Abgeleitet aus der Erfahrung, dass auf Konferenzen die Kaffeepausen am effektivsten für die Zusammenarbeit genutzt werden, ist der Freiraum, Probleme selbstorganisiert zu lösen, ihr zentrales Merkmal.

Die Methode ist für alle Gruppengrößen, besonders auch für große Gruppen bis zu 1000 Personen und mehr, geeignet und wird an ein bis drei Tagen durchgeführt. Ohne feste Agenda oder durchgehende Moderation werden zunächst beim Auftakt im Plenum alle Teilthemen eingebracht, nach Interesse bilden sich Arbeitsgruppen, die von mindestens einer Person verantwortet werden und ihre Ergebnisse später präsentieren. Besonders wirkungsvoll ist Open Space bei Veränderungs- und Umstrukturierungsprozessen, weil es Lernprozesse initiieren, vorhandene und neue Potentiale aktivieren und Vernetzungen unterstützen kann.

Open Space auf einen Blick:

  • für nahezu jede Gruppengröße geeignet
  • besonders wirkungsvoll bei Veränderungsprozessen
  • Offenheit und Selbstorganisation als wichtigste Prinzipien
  • Eigenverantwortung und Kreativität der Gruppen wird gestärkt
  • neue Kooperationen und Vernetzungen bilden sich

Details

Harrison Owen (2008) entwickelte Open Space in den 1980er Jahren als Konferenzmethode, durch die Gruppen unterschiedlicher Größe – auch Großgruppen – in entspannter Atmosphäre innovative Lösungen für Probleme finden und neue Ideen entwickeln können. Der offene Rahmen aktiviert Kreativität und gibt ausreichend Raum, um selbstorganisiert neue Denkansätze zu entwickeln und zu verfolgen. Die Vielfalt der Beteiligten bietet verschiedene Perspektiven und Erfahrungsaustausch. Gewohnte Strukturen werden verlassen und es entstehen Vernetzungen, die neue Horizonte eröffnen. Die besonderen Stärken von Open Space sind Offenheit und Selbstorganisation. Das Verfahren verzichtet auf Kontrolle durch Moderation, da sie als Hemmnis für den Innovationsprozess angesehen wird.

Günstige Bedingungen für eine erfolgreiche Open Space Konferenz sind:

  • Thema von allgemeinem Interesse
  • große Heterogenität der Beteiligten
  • hoher Grad an Komplexität des Problems
  • und Zeitdruck.

Open Space eignet sich besonders für Situationen, in denen neue Ideen in Veränderungsprozessen benötigt werden, sowie zur schnellen Bearbeitung komplexer, potentiell konfliktreicher Fragen.

Eine Open Space Konferenz besteht aus einem Wechsel von Plenum, Gruppenarbeit und Marktplätzen, in denen die erarbeiteten Ideen präsentiert werden. Nach Vorstellung des Hauptthemas und der Veranstaltungsprinzipien visualisieren die Beteiligten alle, für sie besonders relevanten, Einzelthemen. Anschließend bilden sich dazu Arbeitsgruppen. Eine Person bleibt permanent bei der Arbeitsgruppe, die anderen Beteiligten haben nach dem Prinzip der Offenheit und dem „Gesetz der zwei Füße“ die Freiheit, sich für eine Arbeitsgruppe zu entscheiden oder zwischendurch zu wechseln, was die gegenseitige Inspiration zwischen den Arbeitsgruppen fördert. Die Arbeit in den Gruppen dauert jeweils 90 Minuten. Sie sind für den Ablauf selbst verantwortlich und protokollieren ihre Ergebnisse. Am Ende eines Tages erfolgt der Informationsaustausch, je nach Dauer setzt sich am nächsten Tag die Beratung der Gruppen fort, bis alle Ergebnisse vorliegen.

Referenzen

Literatur

Owen, H. (2008). Open Space Technology. Ein Leitfaden für die Praxis. Stuttgart: Klett-Cotta. (Erstausgabe 1997)

Maleh, C.; Rath, U. (2001). Open Space: Effektiv arbeiten mit großen Gruppen. Ein Handbuch für Anwender, Entscheider und Berater. Weinheim: Beltz.

Maleh, C. (Hrsg.) (2002): Open Space in der Praxis. Erfahrungsberichte: Highlights und Möglichkeiten. Weinheim: Beltz.